An dem Erinnerungsort KZ Katzbach soll an ein Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof erinnert werden, das sich in der Spätphase der NS-Diktatur in den Adlerwerken im Frankfurter Stadtteil Gallus befand. In dieses Lager wurden überwiegend polnische Männer verschleppt, die am Warschauer Aufstand (Sommer 1944) beteiligt waren. In den Adlerwerken mussten sie Sklavenarbeit leisten.

Während des Nationalsozialismus produzierten die Adlerwerke fast ausschließlich für die Wehr- macht und stiegen zum größten Hersteller von Schützenpanzer-Fahrgestellen auf. Bereits im Juli 1941 entstanden Baracken für französische Zivilarbeiter auf dem Gelände zwischen Werk I und II. Dieses Areal hatten die Adlerwerke zwischen 1936 und 1938 den jüdischen Unternehmern, die dort kleine Fabriken betrieben, abgepresst. Ab 1942 verschleppte man vor allem russische Kriegsgefangene nach Frankfurt, weshalb ein neues Massenquartier in der Froschhäuser Straße in Griesheim auf städtischem Grund entstand. Etwa 2.000 Zwangsarbeiter/innen mussten dort unter unmenschlichen Bedingungen hausen. 1943 beschäftigten die Adlerwerke das dritt- größte Zwangsarbeiterheer Frankfurts, nach den IG Farben und VDM. Der Luftangriff vom 22.04.1944 führte zu schweren Zerstörungen bei den Adlerwerken. Dringend wurden weitere Arbeitskräfte benötigt. Um den Bedarf zu decken, forderten die Adlerwerke KZ-Häftlinge an. Am 22. August 1944 war das KZ Adlerwerke ein- gerichtet und erhielt den Decknamen „Katzbach“. Etwa 1.600 Männer wurden von der Werksleitung vorwiegend in den Konzentrationslagern Buchenwald und Dachau zur Sklavenarbeit ausgesucht.

Die Todesrate im KZ Adlerwerke übertraf die aller hessischen KZ-Außenlager. Die Häftlinge (aus acht Nationen, die meisten jedoch aus Polen) mussten 84 Stunden in der Woche in ungeheizten, teils zerstörten Hallen arbeiten. Sie besaßen in dem eisigen Winter 1944/45 nur ihre zerlumpten Sommermonturen. Hygiene und ärztliche Versorgung gab es praktisch nicht. Gewalt und Schikane waren alltäglich. Die Menschen verhungerten buchstäblich oder fielen, völlig geschwächt, Krankheiten zum Opfer. Fluchtversuche wurden mit öffentlicher Hinrichtung bestraft. Am 23. März 1945 stellte das Werk die Produktion ein, am nächsten Tag wurden die letzten verbliebenen Häftlinge auf einen Todesmarsch nach Buchenwald geschickt.

Der Förderverein setzt sich für eine dauerhafte und nachhaltige Erinnerung an die Zwangsarbeit in Frankfurt im Allgemeinen und an die Verbrechen im KZ Katzbach im Besonderen ein.